Immer, wenn der Duft von angebratenem Knoblauch und Zwiebeln in der Luft liegt, kehren meine Gedanken in meine Kindheit zurück.
Meine glücklichsten Momente waren die, in denen ich an der Küchentür stand und dem Rücken meines Vaters zusah, wie er seine Schürze band.
Er war Koch – und seine Hände schienen magisch zu sein.
Aus den einfachsten Zutaten konnte er die erstaunlichsten Gerichte zaubern.
Wenn er kochte, war es immer ein Festtag für die Familie.
Ich beobachtete ihn, stellte mich auf die Zehenspitzen, reichte ihm Teller oder schälte Knoblauch – und fühlte mich unendlich wichtig.
Diese warmen Nachmittage, der dampfende Herd in der Küche und der Schweiß auf seiner Stirn sind meine süßesten Erinnerungen an Zuhause.
Vielleicht war es genau diese Wärme, die in mir die Leidenschaft für gutes Essen geweckt hat.
Wohin ich später auch reiste, suchte ich in jeder Stadt nach den typischen Gerichten – nach den Aromen, die die Seele eines Ortes erzählen.
Ich lernte, dass die berührendsten Geschmäcker oft in den unscheinbarsten Ecken verborgen sind: in kleinen Familienrestaurants, an alten Marktständen, wo Tradition und Geduld noch spürbar sind.
Vor zehn Jahren nahm mein Leben eine unerwartete Wendung.
Ich traf bei einer Vernissage einen „sehr untypischen Deutschen“ – heute ist er mein Mann.
Er brachte eine andere Logik und doch dieselbe Leidenschaft mit.
Wir beide lieben Jazz, malen mit Worten und Aromen, und sind überzeugt, dass gutes Essen die schönste Sprache des Lebens ist.
Früher dachte ich, zwei Menschen könnten nie gemeinsam in einer Küche stehen – meine Eltern waren der beste Beweis.
Wenn einer kochte, musste der andere gehen, sonst gab es Streit über die richtige Hitze oder Würze.
Doch mit meinem Mann ist es anders.
In unserer Küche hängen Lachen und Musik in der Luft.
Er bringt die deutsche Präzision, ich die chinesische Improvisation – und irgendwo dazwischen entsteht unser ganz eigener Geschmack:
eine harmonische Melodie aus zwei Welten.
Ein paar Jahre später fuhren wir nach Italien.
Von den Alpen bis zur Sonne des Südens – überall trafen wir auf eine Kultur, die das Essen verehrt.
In der Toskana kosteten wir das frische Olivenöl, in Piemont den Duft der Trüffel, auf einem Marktplatz in einem Bergdorf den süßen Geruch reifer Zitronen.
Diese Reise ließ uns rettungslos in Italien verlieben.
Seitdem kehren wir jedes Jahr zurück.
Wir schlendern über Märkte, bestaunen die Tomatenberge, riechen den frischen Basilikum und probieren Olivenöle, jedes mit seiner eigenen Geschichte.
Für mich ist gutes Essen nicht nur das Gericht am Ende –
sondern der ganze Weg dorthin: das Einkaufen, das Zubereiten, das Teilen.
Dieser Prozess ist für mich pure Schönheit.
Ich habe dieses Journal begonnen, um all diese Momente festzuhalten.
Die kleinen Geräusche, Düfte und Geschichten, die das Leben so reich machen.
Ich glaube, dass gutes Essen eine universelle Sprache ist – sie kann Grenzen überwinden und Menschen verbinden.
Jedes Kochen, jedes Teilen ist eine leise Liebeserklärung an das Leben selbst.
Wenn Sie hier lesen, dann vielleicht, weil Sie das Leben genauso lieben – mit all seinen Aromen, Farben und kleinen Wundern.
Ich hoffe, dass meine Worte und Rezepte Ihnen ein wenig Wärme schenken,
und vielleicht Lust machen, Ihre eigenen kulinarischen Geschichten zu erzählen.
🤍 Willkommen in meiner Welt.
Celine